Exotische Geldanlagen

Es ist eine schwierige Zeit für Investitionen. Die Finanzkrise ist noch im Verhallen, die Folgen sind überall spürbar. Die Zinsen sind so tief wie nie, der Goldpreis klettert ins Unermessliche, und das Vertrauen in Banken, Währungen und Finanzexperten ist dahin. Eigentlich eine gute Zeit mal etwas Neues auszuprobieren. Wer keine Lust auf Aktien, Kunst und Immobilien hat, den Banken nicht richtig über den Weg traut und wem Gold zu teuer erscheint, der wird bei den eher exotischen Geldanlagen vielleicht etwas Interessantes finden. Auf diese Art der Geldanlage wird man allerdings vom Finanzberater normalerweise nicht einfach hingewiesen, das braucht schon etwas Recherche und gezieltes Nachfragen. Sogenannte Geheimtipps in Sachen sichere Geldanlage gibt es ohnehin nicht, und wer das tut, was alle tun, hat selten die Chance auf hohe Gewinne – denn die sind mit einem gewissen Risiko verbunden.

Hoch im Kurs stehen zur Zeit Investitionen in Schwellenländern - im besonderen den sogenannten BRICS (Anfangbuchstaben von Brasilien, Russland, Indien, China. Südafrika) Staaten. Da die Wirtschaft in diesen Ländern in absehbarer Zeit wachsen wird und es zT sogar schon tut, kann hier zum Beispiel in Infrastrukturprojekte investiert werden. Weitere bereits gut etablierte neuere Anlageformen sind unter anderem Investment Container, Öko-Fonds und Ethik-Fonds. Bei Letzteren geht es vor allem darum, dass das Geld möglichst "sauber" - im Sinne von Nachhaltigkeit, Umweltschutz und ethisch einwandfreien Geschäftspraktiken angelegt wird. Investiert wird dabei in Bereiche wie Windkraft- und Solaranlagen, Start-Ups mit sozial fairen Arbeitsbedingungen und dergleichen mehr. Wer sich für diese eigentlich sehr begrüssenswerten Konzepte interessiert und auf einer entsprechenden Transparenz besteht, wird jedoch um ernsthafte Recherchen kaum herumkommen - zumal sich viele Bestimmungen und Definitionen von Land zu Land unterscheiden.

Mischformen der verschiedensten Investmentkonzepte, die eventuelle Risiken möglichst breit streuen, sind natürlich ebenfalls möglich - im Alleingang, in sogenannten gemischten Fonds - die in der Regel Investitionen in Rentenpapiere, Obligationen und Aktien verknüpfen - oder über von Beratungsagenturen entworfene und verwaltete Portfolios. So bietet zum Beispiel die Agentur von Slobodan Cvetkovic aus Frankfurt Investitionsmöglichkeiten in Erneuerbare Energien, Luftfahrt, Ausbildung, Immobilien und Motorsport, und entwirft darüber hinaus individuelle Strategien.

Sammler investieren nicht nur in Kunst - sondern auch in historische Teddybären oder Comics. Erstauflagen erzielen Spitzenpreise – und das gilt nicht nur für die handgeschriebenen Codices des Mittelalters. Die "Lustigen Taschenbücher" etwa werden für erstaunliche Summen gehandelt, solange es sich um Erstauflagen oder limitierte Sondereditionen handelt. Kuscheltiere von Steiff erzielen in ihrer Originalverpackung ebenfalls hohe Preise. Und dann sind da noch die Oldtimer - und was für echte Fahrzeuge gilt lässt sich auch auf die Modelle übertragen - Modellbausätze der jeweils ersten Generation sind Sammlerobjekte.

Letzten Endes gibt in diesem Bereich es nichts, was es nicht gibt. Für nahezu alles finden sich Sammler, die viel Geld zahlen – insofern lohnt sich die ein oder andere Marotte schon. Selbst Figuren und Spiele in Überraschungseiern sind schon seit einigen Jahren ein Renner unter Sammlern und können gewinnbringend verkauft werden. Wirklich erstaunlich ist das nicht.