Ohne Werbung gehts nicht ...

Ein Leben lang angestellt bleiben oder jobben? Nicht erst seit dem (inzwischen wieder gekippten) staatlichen Zuschuss zur Ich-AG (abgelöst von Existenzgründer-Zuschüssen, steuerlichen Vorteilen während der ersten drei Jahre und Vereinfachung der Besteuerung von Kleinunternehmern) war und ist es ein Traum, selbst Chef zu sein. Träumen tut es sich alles so einfach: Eine Schubkarre voll Gemüse, ein Marktstand, und nächste Woche sind es drei Schubkarren, dann eune LKW-Ladung, und schon ist der Großmarkt gegründet. Von wegen! Neben der zündenden Idee braucht es vor allem gründliche Vorbereitung. Ein Businessplan muss her.

Alle Anschaffungen und Kosten für die ersten Jahre müssen durchgerechnet, mit realistischen Zahlen abgeglichen und zu Papier gebracht werden. Steuern, Krankenkassen-, Pflege- und Rentenbeiträge müssen berücksichtigt werden, und wer von Angestellten träumt, sollte realistische Gehälter inklusive aller Abgaben einrechnen, Urlaubsanspruch und Buchführung müssen berücksichtigt werden. Versicherungen müssen abgeschlossen werden, denn private Haftpflicht-, Unfall- und Rechtsschutzversicherung decken keine Selbständigkeit ab. Will man eine  Bank um Kredit bitten, sollte man den Businessplan von einem Unternehmensberater prüfen lassen. Realistisch ist, dass man vor der Geschäftsgründung ein Jahr lang nur Papier beschreibt. Wenn nach drei bis fünf Jahren der Gewinn für den Lebensunterhalt reicht, dann funktioniert die Idee.

An die passende Werbung kann nicht früh genug gedacht werden, denn die effektivsten Mittel und Wege können je nach Produkt und Zielgruppe recht unterschiedlich ausfallen. Ist die Dienstleistung regional und gleichzeitig für viele Menschen interessant, kann Flyerverteilung eine wirkungsvolle Hilfe darstellen. Handelt es sich um eine kleinere Zielgruppe, gehört die Ausarbeitung einer gut gestalteten Homepage zum Pflichtprogramm, sollen Händler angesprochen werden, müssen Besuche von Messen geplant und entsprechendes Präsentationsmaterial vorbereitet werden. Soll eine Marke etabliert werden, zählen mit Logo und Firmenfarben bedruckte Werbeartikel nach wie vor zu den wirkungsvollsten Mitteln. Originalität ist immer ein Vorteil, aber bei Themen wie Mode, Kunst oder Kommunikation ist sie die wichtigste Waffe überhaupt. Für kreative Köpfe kann es sich auszahlen, Taschen bedrucken zu lassen und in Umlauf zu bringen - oft steht am Anfang ein Hingucker der im Gedächtnis haften bleibt und langfristig Neugier nach dem dahinter steckenden Angebot weckt. Gute Werbemaßnahmen müssen nicht unbedingt eine Menge Geld kosten, sie müssen in erster Linie wohl durchdacht sein und an der richtigen Stelle platziert werden.