Podcast Kultur

Podcasting ist in aller Munde und es gibt kaum jemanden, der nicht gelegentlich ein Podcast eines Radiosenders, einer Fernsehanstalt oder eines privaten Podcasters hört oder sieht. Das Wort selbst ist eine Kombination aus dem von Apple eingeführten MP3-Player und des englischen Ausdrucks Broadcast, was so viel wie Radio bedeutet.

Während es vor dem durchschlagenden Erfolg des Internets nur dann möglich war, Radio- oder Fernsehsendungen zu hören und zu sehen, wenn diese live ausgestrahlt wurden, erlauben Podcasts diese Sendungen nun zu jeder Zeit abzurufen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Sendungen können auch später empfangen werden, was ein individuelles Zusammenstellen des eigenen Programms erlaubt – ohne Rücksicht darauf, wann oder wo das Programm ursprünglich ausgestrahlt wurde. Doch nicht nur Rundfunk- oder Fernsehanstalten sind für die Erstellung von Podcasts zuständig. Im Prinzip kann jeder Internetnutzer zum Absender eines Podcasts werden, wovon auch viele private Nutzer regen Gebrauch machen. Podcasts werden mit Hilfe eines so genannten Newsfeeds – eines speziellen Programms – oder mit Ad-Ons bei Audioprogrammen wie iTunes von Apple abgerufen und abonniert. Ist auf der Internetseite des Anbieters ein neues Podcast bereit gestellt worden, wird der Nutzer automatisch darüber informiert.

Für die alternative Musik- und Künstlerszene geht ein lange Zeit gehegter Wunsch in Erfüllung: Die freie Erzeugung und Erstellung von Inhalten kann endlich ohne Beteiligung von Verlagen oder anderen Trägern, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Selbstgeschnittene Videos eines Tänzers oder Sängers, Lyrik oder Prosa, die selbst erstellt wurde oder lose Gedanken, die den Charakter einer Radiosendung bekommen können – alles ist mit Hilfe von Podcasts möglich. Wieviel Aufwand dafür betrieben wird, ist letztlich einzig von den Ansprüchen des Podcasters selbst abhängig. Der Aufwand kann von einem einfach vertonten Text, der mit einem herkömmlichen Mikrofon aufgenommen bis hin zu einem aufwändig produzierten und geschnittenen Clip reichen.